Weltlese – Lesereisen ins Unbekannte |
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Die neue Reihe Weltlese – Lesereisen ins Unbekannte entführt in entlegene Lesewelten – geografisch, inhaltlich, sprachlich, kulturell. Weiße Flecken auf der Literaturlandkarte werden aufgespürt, Pfade jenseits der bekannten Lesewege bieten neue Blickwinkel, andere Kulturen laden zur Begegnung ein. Unentdeckte Autorinnen und Autoren, ungewöhnliche Themen und vergessene Kleinodien – eine Reise in ferne Welten voller Überraschungen. Der Schriftsteller, leidenschaftliche Leser und "Weltensammler" Ilija Trojanow hebt verborgene Schätze, die er in einer auch gestalterisch hochwertigen Reihe versammelt
"Handverlesene Kleinodien, die andere Kulturen lebendig werden lassen.“ |
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Die Reihe startete mit Jamal Mahjoubs hoch aktuellem Roman, Die Stunde der Zeichen, von Fundamentalismus und Befreiungskampf. Aus verschiedenen Perspektiven erzählt Mahjoub die Geschichte des Mahdi, eines selbsternannten Messias, der im Sudan des 19. Jahrhunderts einen Aufstand gegen die britische Kolonialmacht anführt. "Die Stunde der Zeichen ist ein großartiges Beispiel, wie ein spannender, |
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Lieferbar ab September 2010 |
Edwidge Danticat Aus dem Englischen € 19,90 / SFR 33,50 * Ein multiperspektivisches Porträt eines Mannes, der von Haiti in die Vereinigten Staaten ausgewandert ist – angeblich auf der Flucht vor dem Duvalier-Regime. Seine Vergangenheit birgt ein Geheimnis. Und immer geht es um die Frage, ob Vergebung für unmenschliche Taten möglich ist. "Handverlesene Kleinodien, die andere Kulturen lebendig werden lassen.“ Neun Geschichten über einen Mann, der von Haiti in die Vereinigten Staaten ausgewandert ist – angeblich auf der Flucht vor dem Duvalier-Regime, von dem er verfolgt und gefoltert wurde. Äußeres Zeichen dieses Schicksals ist eine lange Narbe. Erst im Erwachsenenalter erfährt seine in New York geborene Tochter, dass ihr Vater keineswegs Opfer, sondern Täter war, ein Mann, der alle Finessen des Folterns beherrschte, der das Leben unzähliger Menschen zerstörte. Die einzelnen in sich abgeschlossenen Kapitel zeichnen das Bild der haitianischen Gesellschaft zwischen Armut, Willkürherrschaft, Flucht und Auswanderung. Es kommen Menschen zu Wort, denen das Leben unter der paradiesischen Sonne Haitis zur Hölle wurde. In allen Geschichten wird eine Antwort auf die Frage gesucht, ob Vergebung für derartig grausame und unmenschliche Taten möglich ist und ob und wie über dieses furchtbare Grauen gesprochen werden kann. Der einstmal verübten Gewalt entkommt niemand – die Opfer und ihre Familien nicht, aber auch nicht der Täter und seine Familie. Edwidge Danticats Sprache ist luzide und lyrisch, sie beherrscht die Kunst der Andeutung und Aussparung, weswegen der Leser immer tiefer hineingezogen wird, und so zu einem faszinierten und zugleich angewiderten Mitwisser wird. Edwidge Danticat, 1969 in Port-au-Prince, Haiti, geboren, folgte ihren Eltern mit zwölf Jahren in die USA. Seit ihrem beeindruckenden Erstling „Breath Eyes Memory“, der unter dem Titel „Atem, Augen, Erinnerungen“ 1996 erschien, gilt sie als eine der bedeutendsten Stimmen der karibischamerikanischen Literatur, die nicht nur die Geschichte ihres Herkunftslandes thematisiert, sondern auch die Erlebnisse in der Diaspora. Mit „The Dew Breaker“ gelangte sie auf die Shortlist des National Book Critics Circle Award. Danticat erhielt zahlreiche Auszeichnungen, z.B. den American Book Award und den LiBeraturpreis. Sie lebt in New York. |
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Auszug aus dem Nachwort von Michael Kleeberg pdf » Lieferbar ab April 2010 |
Herman Charles Bosman Aus dem Englischen € 19,90 / SFR 33,50 * Auszug aus dem Nachwort von Michael Kleeberg pdf » Deftige und schräge Geschichten mit überraschenden Pointen über einen Ort in der tiefsten südafrikanischen Provinz, in dem sich alles Menschliche und Allzumenschliche spiegelt. "... eine Nachhilfestunde in Sachen Weltliteratur“ So wie William Faulkner im fiktiven Yoknapatawpha County einen eigenen Kosmos heraufbeschworen hat, schuf Bosman mit Groot Marico, einer existierenden Kleinstadt, eine eigene literarische Welt, die südafrikanische Realitäten verdichtet und überzeichnet. Ähnlich wie Jaroslav Ha`sek vermag er mit teils feiner, teils deftiger Ironie den bitteren Absurditäten des Lebens einen humorvollen Anstrich zu verleihen. Bosman gehört zu den Meistern der Kurzgeschichte. Seine frappierenden Pointen erinnern an O. Henry, Ambrose Bierce oder Guy de Maupassant, seine genauen Striche an Anton Tschechow. Obwohl er oft die Haltung eines Märchenerzählers am Lagerfeuer im „Veld“ einnimmt, sind es moderne Geschichten, die den Akt des Erzählens mit seiner unzuverlässigen Doppelbödigkeit thematisieren. Und Bosman gehört zu jenen wenigen Autoren, die den Leser mit Wucht direkt ins Geschehen involvieren. Er provoziert scheinbar mühelos Lachen und Weinen, Mitgefühl und Abscheu. Sein Werk ist noch nie ins Deutsche übertragen worden. Für die Übersetzung wurde Michael Kleeberg gewonnen, der große Stilist der deutschen Sprache, der mit „Malindi“ von Troy Blacklaws und „Die andere Seite der Stille“ von André Brink zuletzt zwei südafrikanische Romane übertragen hat.
Herman Charles Bosman, geboren 1905, ein Solitär und Sonderling der Weltliteratur,gilt als der bedeutendste südafrikanische Kurzgeschichtenautor. Versetzt als jungerLehrer in einen abgelegenen Teil des Western Transvaal (Südafrika), erschoss er im Streit seinen Stiefbruder. Er wurde zunächst zum Tode und dann zu zehn Jahren Haft verurteilt, bevor er begnadigt wurde und in die englische Emigration ging. In London schrieb er den Großteil seiner mehrere Bände umfassenden Kurzgeschichten, von denen zu seinen Lebzeiten nur drei Titel veröffentlicht wurden. Bosman starb 1951in Südafrika. |
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Marçal Aquino Flieh. Und nimm die Damit mit. Weltlese – Lesereisen ins Unbekannte, Band 3 Aus dem Portugiesischen von Kurt Scharf € 19,90 / SFR 33,50 * "... eine Nachhilfestunde in Sachen Weltliteratur“ Eine Goldgräberstadt in Brasilien: Der Fotograf Cauby recherchiert für ein Buch über Prostitution. Er taucht ein in die Stadt, beobachtet Bewohner und Zugereiste auf der Suche nach Glück und großem Geld. Da trifft er auf die undurchschaubare Lavínia, mit der er eine Affäre beginnt. Als er den Absprung versucht, wird er in einen Mordfall verwickelt. Ein packender Kriminalfall nimmt seinen Lauf ... Marçal Aquinos dritter Roman „Flieh. Und nimm die Dame mit.“ erzählt die Liebesgeschichte zwischen dem Fotografen Cauby und der jungen, mysteriösen Lavínia. Eine Recherche über Prostituierte führt den Journalisten in eine düstere Goldgräberstadt im Norden Brasiliens, wo er Zeuge der zunehmenden Spannungen zwischen Arbeitern und der Bergwerksgesellschaft wird. Er verfällt der wankelmütigen Lavínia, die manchmal verängstigt und verletzlich wirkt, manchmal ihre verführerischen Reize ausspielt. Zudem ist sie verheiratet – mit einem viel älteren, sehr beliebten Fernsehprediger. Cauby will sich von ihr trennen, doch er wird in einen Mordfall verwickelt und alles kommt ganz anders. In weiteren Rollen: ein ehrbarer Berufsmörder, ein dichtender Zeitungsmacher, ein empfindsamer Polizist und ein Gürteltier namens Zacharias.
Marçal Aquino, 1958 in Amparo/São Paulo geboren, arbeitete als Journalist, bevor er begann, Kinderbücher, Romane und Drehbücher zu verfassen. Sein Werk wurde mit mehreren renommierten Preisen ausgezeichnet. Seit den Neunzigerjahren arbeitet er intensiv mit dem Filmregisseur Beto Brant zusammen, der drei seiner Texte verfilmt hat. Die letzte Verfilmung, „O invasor“ (The Invader), wurde 2002 auf der Berlinale gezeigt, kam 2003 in die Kinos und erhielt einen Preis beim Sundance Film Festival in den USA. |
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Jamal Mahjoub Aus dem Englischen von Thomas Brückner Leseprobe » „Staub fegte über die knochentrockene Ebene wie ein Blatt Papier, das sich kräuselnd vom Fell der Erde häutete.“ So beginnt Jamal Mahjoubs fulminante Geschichte über den Mahdi, den ersten fundamentalistischen Rebellen des Islam, der 1881 einen erfolgreichen Aufstand gegen die britische Kolonialmacht anführte. Ausgerüstet allein mit seiner visionären Kraft scharte dieser einfache Mann eine schlecht bewaffnete, aber tiefgläubige Armee um sich, die in Windeseile das ganze Land eroberte. Mahjoub schildert diese spannende Geschichte aus der Sicht beider Seiten, wobei ihm das literarische Kunststück gelingt, sowohl der sudanesischen als auch der britischen Perspektive gerecht zu werden. Mit großer poetischer Intensität erweckt er eine Vielzahl unvergesslicher Charaktere zum Leben – vom gewitzten Armeekoch über die junge Prostituierte bis hin zum sanften Geistlichen –, die sich mal weise, mal verzweifelt und mal fatalistisch in stürmischen Zeiten zurechtzufinden versuchen. In prägnanten Bildern variiert Mahjoub die Themen Religion und Macht, Ekstase und Alltag. Ein spannender Roman, der gegenwärtiger kaum sein könnte.
Jamal Mahjoub, wurde 1960 in London als Sohn einer englischen Mutter und eines sudanesischen Vaters geboren. Er wuchs in Sudan auf, wo er in eine jesuitische Schule ging. Dank eines Stipendiums konnte er in Großbritannien Geologie studieren. Schon früh begann er zu schreiben und veröffentlichte mit 24 Jahren seinen ersten Roman. Er ist ein Kosmopolit, der in Dänemark und Spanien gelebt hat und in seinen nunmehr fünf Romanen immer wieder beschreibt, wie Kulturen aufeinanderprallen und sich vermengen |
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F.M. Esfandiary Aus dem Englischen von Ilija Trojanow Teheran, Mitte der 1960er Jahre. So hat sich Dariusch Aryana die ersehnte Rückkehr in seine Geburtsstadt nicht vorgestellt: Nach vielen Jahren im Westen erweist sich die gelobte Heimat für ihn als Fremde. Er findet keinen Zugang mehr zu seiner alten Kultur; Verwirrung und Einsamkeit werden seine Begleiter. Er beschließt, schnellstens wieder in den Westen auszureisen, doch dazu braucht er einen neuen Ausweis. Die Beschaffung dieses Dokuments wird zu einem wahnwitzigen Irrlauf durch das Behördenlabyrinth. Und dann gerät er auch noch in den blutigen Aufstand gegen das Terrorregime ... Dariusch Aryana, der den Großteil seines Lebens im westlichen Ausland verbracht hat, kehrt Mitte der 60er Jahre in seine Geburtsstadt Teheran zurück. Er versucht, wieder Teil der iranischen Gesellschaft zu werden – vergeblich. Er bleibt ein Fremder in der Heimat, die zudem von einem totalitären System beherrscht wird, das den Armen und Wehrhaften das Genick, den Mitläufern das Rückgrat bricht. Nach wenigen Wochen möchte Aryana wieder ausreisen – doch dazu ist ein neuer Ausweis notwendig. Die Beschaffung dieses Dokuments führt ihn in ein kafkaeskes Labyrinth, das sein Leben völlig vereinnahmt: Von Amt zu Amt, von Behörde zu Behörde schickt man ihn. Die endlose Jagd wird zum Sinnbild der Identitätssuche. „Der letzte Ausweis“ handelt von der Fremde in und um uns, von der Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Nähe, von der verzweifelten Suche nach einer unverrückbaren Identität – und vom Scheitern dieser Suche. Esfandiary schildert lakonisch und in schnörkelloser Sprache den Wahnsinn der Bürokratie und die nahezu unendliche Duldsamkeit der Menschen, die in die Mühlen der Behörden geraten. Wenig hat sich geändert seit dem Erscheinen dieses Romans vor 40 Jahren.
Fereidoun M. Esfandiary (später nannte er sich FM-2030) wurde 1930 in Brüssel als Sohn eines iranischen Diplomaten geboren und wuchs u.a. in England, Iran, Afghanistan und Indien auf. Er war Olympiateilnehmer, Mitglied der UN-Schlichtungskommission für Palästina, Schriftsteller, Dozent, Philosoph und Futurologe. Esfandiary glaubte an eine globale Gesellschaft, der es im 21. Jahrhundert gelingen würde, politische, rassische und nationale Unterschiede zu überwinden. Er starb im Jahr 2000. |
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| Ilija Trojanow, Herausgeber der Reihe, 1965 in Sofia geboren, wuchs nach der Flucht der Familie über Jugoslawien, Italien und Deutschland in Kenia auf. Nach seinem Studium in Deutschland gründete er den Marino Verlag und debütierte 1996 mit seinem Roman Die Welt ist groß und Rettung lauert überall. Für seinen Roman Der Weltensammler wurde er 2006 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. 2007 erhielt er den Berliner Literaturpreis . Der Autor lebt heute in Südafrika. 2010 erhielt Ilija Trojanow den Würth-Preis für Europäische Literatur. Ilija Trojanow ist Herausgeber der Reihe Weltlese – Lesereisen ins Unbekannte. | |
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